Der 13. Dezember ist der Tag der Heiligen Luzia. Bis ins 16. Jahrhundert galt die vorausgehende Nacht als die längste des Jahres, mit Luzia begann die Zeit des Lichtes.
In den skandinavischen Ländern ziehen weißgekleidete Mädchen am Vorabend des Luziatages mit einem immergrünen Kranz auf dem Kopf und brennenden Kerzen darin von Haus zu Haus und verteilen kleine Gaben. Am folgenden Morgen weckt die älteste Tochter einer jeden Familie ihre Lieben, wobei sie das weiße Luzia-Kleid trägt und den brennenden Kranz auf dem Kopf, wenn sie allen das Frühstück ans Bett serviert: Safranbrote und Weihnachtsgebäck als Vorfreude auf das große Fest.

Um die Heilige Luzia (lateinisch: die Glänzende, Leuchtende) ranken sich verschiedene Geschichten und Legenden.
Sie lebte um 300 als mildtätige Jungfrau in Syrakus (Sizilien), hatte ihre Mutter von schwerer Krankheit geheilt, ihr ganzes Vermögen den Armen gegeben und wurde schließlich wegen übler Nachrede ihres Bräutigams vor Gericht gestellt; sie hatte beschlossen, Jungfrau zu bleiben und ihn nicht zu heiraten, weshalb er verriet, dass sie Christin war.
Anderen Christen brachte sie Nahrungsmittel in die Katakomben. Um beide Hände zum Tragen freizuhaben, ging sie mit einer Krone aus brennenden Kerzen auf dem Kopf in die dunklen Gänge.
In jener Zeit der Christenverfolgung starb sie den Märtyrertod.

Nach einer anderen Legende war ein adeliger sizilianischer Freier sehr von ihren schönen Augen bezaubert. Sie wollte ihm freilich nicht nachgeben, riss sich die Augen aus und sandte sie dem Verehrer auf einer Schale. Diese Schale mit den beiden Augen wurde ihr Erkennungszeichen. Und so wird sie auch besonders bei Augenleiden um Hilfe gebeten.
Dunkelheit liegt so schwer,
auf allem Leben.
Sonne die scheint nicht mehr,
Nachtschatten schweben.
Durch dunkle Stub' und Stall
schreitet im Lichterstrahl
Sancta Lucia, Sancta Lucia.
Nacht war so groß und stumm,
nun hört ein Brausen
ums stille Haus herum
wie Flügelrauschen.
Seht dort, wie wunderbar,
kommt her mit Licht im Haar
Sancta Lucia, Sancta Lucia.
Bald flieht die Dunkelheit
aus dieser Welt.
Bald steigt der Tag erneut,
vom Himmelszelt.
Welch wunderbarer Geist,
der uns dies Licht verheißt:
Sancta Lucia, Sancta Lucia.

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