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Im tiefen Winter wurde schon in vorchristlicher Zeit verstärkt gebacken, denn im Römischen Reich wurden zur Wintersonnenwende dem Sonnen- und Lichtgott Mithras Brot- und Kuchenopfer dargebracht. Auch bei den Germanen gab es um diese Zeit süßes Gebäck. Beim Feiern der Mittwinterfeste sollte es die bösen Mächte besänftigen. |
| In christlicher Zeit waren es vor allem die Klöster, die das Weihnachtsgebäck verbreiteten. Nonnen und Mönche kreierten und vermittelten raffinierte Rezepte, waren sie doch die Ersten, die von orientalischen und italienischen Köstlichkeiten erfuhren, exotische Gewürze kennenlernten und ausprobierten, z.B. Zimt, Koriander, Ingwer, Anis, Mandeln. Doch ging es dabei um mehr als das Naschvergnügen. Gleichzeitig vermittelten sie über das Gebäck christliche Inhalte, indem sie den Plätzchen entsprechende Formen gaben. Diese Art von Formgebäck ist seit mindestens fünf Jahrhunderten bekannt. |
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Spekulatiusbretter und Model wurden aus Holz gefertigt, in das dann der Kuchenteig gepresst wurde, so dass Bilder auf dem Backwerk entstanden. Die ältesten uns bekannten Model wurden im Industal entdeckt und datieren in die Zeit um 2500 v.Chr. Die ersten christlichen Model aus dem 4. Jahrhundert dienten der Herstellung von Kultgebäck. Der Name des Spekulatius kommt wahrscheinlich von "speculator", das bedeutet Aufseher, so wurde im Lateinischen der Bischof genannt. Angeblich hat man zu Ehren des Bischofs Nikolaus von Myra dieses Spekulatiusbrot gebacken, da er in Notzeiten seine Christenschar mit Brot versorgt hat. |
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| Auch Printen verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie ursprünglich Heiligenbildchen trugen, die in sie "eingedruckt" waren, es war eine Abwandlung von "prenten", was aus dem Niederländischen stammte und "drucken" bedeutete. Man sagt, Napoleon sei daran Schuld, dass die Printen so sind und schmecken, wie sie es heute tun, denn wegen der von ihm 1806 verhängten Kontinentalsperre mussten die Printenbäcker auf manches Gewürz und vor allem auf den amerikanischen Wildblütenhonig verzichten, die vor der Blockade über die Handelsbrücke des Inselreiches herüberkamen. So griffen sie zum Siruptopf! Außerdem gab es jetzt anstelle des ausländischen Rohrzuckers nur mehr den heimischen Rübenzucker, und damit wurde der Printenteig zäher und ließ sich nicht mehr in die feinen Backformen zwängen, außerdem wurde das Gebäck ein wenig gröber. |
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Der weihnachtliche Stollen gehört zu den christlichen Gebildbroten, da er angeblich das Christkind symbolisiert, wobei Puderzucker und Zuckerguss für die weißen Windeln stehen. Er scheint seinen Ursprung in Sachsen zu haben, und die sächsischen Könige sorgten für seine Popularität, indem sie all ihren gekrönten Verwandten zu Weihnachten einen Christstollen schenkten. Eine andere Quelle besagt, dass die Form des Stollens uns an die beim Bethlehemischen Kindermord umgekommenen, in Tüchern gewickelten Kinder erinnern soll. Das erklärt den mittelalterlichen Brauch, die Christstollen nicht vor dem 28.12., dem Tag der unschuldigen Kinder, anzuschneiden. |
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