Ein Weihnachtsbrauch, der in Deutschland nicht verbreitet ist, wird uns immer wieder in englischen und amerikanischen Spielfilmen gezeigt:
das Küssen unter dem Mistelzweig.
In der nordischen Mythologie heißt es, die Tränen der Göttin Freya verwandelten sich einst in Perlen, als sie um ihren Liebsten Ödur weinte. Einen Zweig mit diesen Perlen hängte sie zwischen Himmel und Erde und versprach, er werde nichts Böses ausrichten, solange er nicht zur Erde falle.
Bei den keltischen Völkern war die Mistel heilig und ein Symbol des Friedens. In ihrem Zeichen versöhnten sich die Feinde und gaben sich den Friedenskuss.
Hierher rührt der englische Brauch, dass zur Weihnachtszeit ein Mistelzweig über die Tür gehängt wird und Menschen sich darunter küssen.
Es war ein alter Zauberbrauch, zu Weihnachten Mistelzweige an die Türen zu hängen; so schützten sich unsere Vorfahren gegen alles Unheil, das böse Geister über die Hausgemeinschaft bringen konnten.
Besondere Hochachtung als Heil-und Zaubermittel genoss die Mistel bei den Galliern.
Nach altem Volksglauben schlägt niemals ein Blitz in einen Baum mit Misteln ein.
Die Mistel diente als Wünschelrute und - unter das Kopfkissen gelegt - als Mittel gegen schlimme Träume.
In vielen Gegenden trug man in Silber gefasste Mistelbeeren als Amulett gegen Hexerei und den Bösen Blick.
In der Volksmedizin galt sie als Mittel gegen alle angezauberten Krankheiten wie z.B. Veitstanz, Hysterie, Fieber, Gicht, Krämpfe und Epilepsie.
Naturheilkundler empfehlen seit langem einen Extrakt der Mistel zur Krebsbekämpfung; die moderne Krebsforschung bestätigt diese Wirkung zumindest teilweise.

zurück zum Kalender
zurück zur Startseite