Zum Adventsbrauch gehören auch die Barbarazweige.
Zweige, die am 4.Dezember, dem Tag der heiligen Barbara, frisch geschnitten und in die warme Stube gestellt werden, sollen am 24.Dezember aufbrechen. Obwohl es sich um eine biologisch bedingte Frist handelt, gehört zu diesem Brauch eine Legende, warum die Zweige genau am Barbaratag in das Zimmer geholt werden müssen.
Die Legende erzählt, ein Kirschbaumzweig soll sich im Kleid der Märtyrerin verfangen haben, als man sie in den Kerker sperrte und diesen habe sie mit dem Wasser aus ihrem Trinknapf gepflegt. Nach der Erzählung blühten die Blumen auf ihrem Grab, die im kalten Winter verdorrt waren, am Heiligen Abend auf, und dieses Wunder soll sich alljährlich wiederholt haben.
Es war und ist Sitte, am 4.Dezember einen Apfel-, Birken-, Haselnuss-, Kirsch-, Kastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweig zu schneiden und in das geheizte Zimmer zu stellen.
Kam der Zweig gerade am Weihnachtsfest zum Blühen, so wurde das als gutes Zeichen für die Zukunft gewertet, es war ein alter Orakelbrauch. Zu Weihnachten schloss man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit bzw. das Wetter des darauffolgenden Jahres. Ob die Barbarazweige aufblühen, hängt vom Wetter ab. Sie blühen nur, wenn es vor dem Schneiden Temperaturen um den Gefrierpunkt gegeben hat!
Geh in den Garten am Barbaratag.
Geh zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit,
der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehn,
wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, nun stehe ich hier
erbitte einen Zweig mir von dir,
und er wird blühen in seliger Pracht,
mitten im Winter in der heiligen Nacht.
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