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Der Dichter Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 geboren. Als Dramatiker verhalf er dem Naturalismus zum Durchbruch, in dem das Leben als Urdrama gesehen wurde, der Mensch als ein primär triebhaftes, zum Leiden verurteiltes Wesen, geprägt und gefangen durch das Milieu, in dem er lebte. |
| Zu seinen ersten Erfolgen gehören die Erzählung Bahnwärter Thiel und das Drama Vor Sonnenaufgang; bekannt und berühmt wurde er mit seinem sozialen Drama Die Weber (1892), in dem er den Aufstand der schlesischen Weber und ihre wirtschaftliche Not in der Zeit der Industrialisierung beschreibt. |
| Von den vielen Dramen, die zu seinem Werk gehören, seien hier Der Biberpelz, Rose Bernd, Und Pippa tanzt sowie Die Ratten erwähnt, hinzu kommen Erzählungen und Gedichte. Am 15. November 1912 sprach man ihm den Nobelpreis für Literatur zu. Er starb 1946. __________________________________ |
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| Mondscheinlerchen |
| Von dem Lager heb' ich sacht meine müden Glieder, eine warme Sommernacht draußen stärkt sich wieder. Unaufhörlich bläst das Meer eherne Posaunen; Roggenfelder, segenschwer, leise wogend raunen. "Lerche, sprich, was singst du nur um die Mitternachtsstunde? Dämmer liegt auf Meer und Flur und im Wiesengrunde." |
Mondschein liegt um Meer und Land dämmerig gebreitet, in den weißen Dünensand Well' auf Welle gleitet. Wiesenfläche, Feld und Hain zaubereinsam schillern, badend hoch im Mondenschein Mondscheinlerchen trillern. "Will ich meinen Lobgesang halb zu Ende bringen, muß ich tag- und nächtelang singen, singen, singen!" |
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