Für mich soll's rote Rosen regnen

Mit 16 sagte ich still:
ich will,
will groß sein, will siegen,
will froh sein, nie lügen,
mit 16 sagte ich still:
ich will,
will alles oder nichts.

Für mich soll`s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen,
die Welt sollte sich umgestalten
und ihre Sorgen für sich behalten.

Und später sagte ich noch:
Ich möcht
verstehen, erfahren, bewahren,
und später sagte ich noch:
Ich möcht
nicht allein sein
und doch frei sein.

Für mich soll`s rote Roten regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen,
das Glück sollte sich sanft entfalten,
es soll mein Schicksal mit Liebe verwalten.

Und heute sage ich still:
Ich sollte
mich fügen, begnügnen,
ich kann mich nicht fügen,
kann mich nicht begnügnen:
will immer noch siegen,
will alles oder nichts.

Für mich soll`s rote Rosen regnen,
mir sollten ganz neue Wunder begegnen,
mich fern vom Alten neu entfalten,
von dem, was erwartet, das meiste halten.
Ich will,
ich will.                               
(Hildegard Knef)

"Wenn jemand sucht," sagte Siddharta,"
dann geschieht es leicht,
dass sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht,
dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag,
weil er nur immer an das Gesuchte denkt,
weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist.
Suchen heißt: ein Ziel haben.
Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben."

(Hermann Hesse)

Manchmal weiß ich, dass ich ein Mensch bin, der angefangen hat, auf einem Seil zu tanzen, ohne es gelernt zu haben. Natürlich werde ich abstürzen, und niemand, selbst wenn er wollte, könnte mich auffangen. Aber es gibt nichts Erregenderes, als auf einem Seil zu tanzen, wenn man nur ein Amateur ist.
.....
Man ist nicht blind, wenn man liebt, und sieht die Fehler des geliebten Menschen so deutlich wie die eigenen, und man fängt damit an, Liebe auf diese räudigen Stellen zu häufen.
Aber immer wieder scheint das Übel durch.
So geht es nicht, man muss anfangen, die Räude selbst zu lieben.
.....
Irgendwo las ich einmal, der ungläubige Mensch sei nicht fähig zu lieben und müsse seine Liebesobjekte ständig wechseln. Das hat auf den ersten Blick etwas sehr Einleuchtendes. Muss man nicht an der Liebe verzweifeln, wenn man bedenkt, wie vergänglich und wertlos der geliebte Leib ist, der sich über kurz oder lang in ein Stück verwesendes Fleisch verwandeln muss? Wie leicht müsste es dagegen sein, eine unsterbliche Seele zu lieben, der etwas Derartiges nicht zustoßen kann. Aber beginnt nicht erst hier das Abenteuer der Liebe, die weiß, dass sie Unmögliches fordert in ihrer Maßlosigkeit? Sicherheit wäre das Ende der Liebe, deren Wesen darin besteht, den immer vorhandenen Tod für Minuten aufzuheben.

(aus "Die Tapetentür" von Marlen Haushofer)

Imagine there's no heaven,
It's easy if you try,
No hell below us,
Above us only sky,
Imagine all the people
Living for today...

Imagine there's no countries,
It isn't hard to do,
Nothing to kill or die for,
No religion too,
Imagine all the people
Living life in peace...

Imagine no possessions,
I wonder if you can,
No need for greed or hunger,
A brotherhood of man,
Imagine all the people
Sharing all the world...

You may say I'm a dreamer,
But I'm not the only one,
I hope some day you'll join us,
And the world will live as one.

                         (John Lennon)

ASCENSION

And if I go,
while you're still here,
know that I live on ---
vibrating to a different measure...
behind a thin veil you cannot see through.
You will not see me,
so you must have faith.
I will wait for the time when we can soar together again
--- both aware of each other.
Until then, live your life to its fullest,
and when you need me,
just whisper my name in your heart
... I will be there."

                         (Colleen Hitchcock)

Most of the time
we wear our masks.
But during the difficult times,
during the winters of our lives,
we shed our facades
and reveal all the intricacies
of the unique beings we are.
It is in these moments
that friendships are formed,
and we experience one another
as few others ever will.

              (John W. Walker)

Es treibt die Menschen zur Verzweiflung, dass sie nach einem universellen Sinn Lebens in seiner Totalität suchen und am Ende nur finden, dass es absurd, unlogisch, sinnlos ist. Das ganze hat keinen großen, kosmischen Sinn; es gibt nur den Sinn, den wir selbst unserem Leben geben, eine individuelle Bedeutung, einen persönlichen Plan, wie ein individueller Roman, ein Buch für einen allein. Nach der totalen Einheit zu suchen, ist falsch. Jedem Leben soviel Sinn zu geben wie nur möglich, erscheint mir richtig.
Ich gehöre zum Beispiel zu keiner der politischen Bewegungen, die, wie ich sehe, voller Fanatismus und Ungerechtigkeit sind, aber ich behandle jeden Menschen demokratisch und human. Ich gebe jedem menschlichen Wesen das seine. Klasse und Besitz interessieren mich nicht. Ich respektiere nur Geist und menschliche Qualitäten, und Bedürfnisse insoweit, als ich fähig bin, sie zu erfüllen. Wenn alle so handeln würden wie ich, gäbe es keine Kriege und keine Armut.

(Anais Nin, Tagebücher)

My way

And now, the end is near
and so I face the final curtain.
My friend, I'll say it clear,
I'll state my case, of which I'm certain.
I've lived a life that's full;
I've travelled each, and ev'ry highway,
but more, much more than this
I did it my way.

Regrets, I've had a few,
but then again, too few to mention.
I did, what I had to do
and saw it through without exemption
I planned each charted course,
each careful step along the byway
but more, much more than this,

I did it my way.

Yes there were times, I'm sure you knew,
when I bit off more than I could chew,
but through it all, when there was doubt,
I ate it up, and spit it out.
I faced it all and I stood tall,
And did it my way.

I've loved, I've laughed and cried,
I've had my fill, my share of losing.
But now as tears subside,
I find it all so amusing.
To think I did all that -
and may I say - not in a shy way:
"No, oh no not me
I did it my way."

For what is a man, what has he got?
If not himselve, than he has naught -
to say the things, he truly feels,
and not the words, of one who kneels
The record shows I took the blows
And did it my way!

If blood will flow when flesh and steel are one
drying in the colour of the evening sun
tomorrow's rain will wash the stains away
but something in our minds will always stay.

Perhaps this final act was meant
to clinch a lifetime's argument
that nothing comes from violence
and nothing ever could
For all those born beneath an angry star
Lest we forget how fragile we are.

On and on the rain will fall
like tears from a star.
On and on the rain will say
how fragile we are.

(Gordon Summer; "Sting")


                    
Wenn Fleisch und Stahl eins geworden sind,
fließt das Blut und trocknet in der Abendröte.
Morgen wird der Regen die Flecken abwaschen,
doch in unserer Erinnerung bleibt stets etwas zurück.

Vielleicht war dieser finale Akt gedacht,
um daraus ein Argument für das Leben zu machen,
nämlich dass aus Gewalt nichts entsteht
und niemals entstehen wird. -
Für alle, die unter einem zornigen Stern geboren sind,
dass wir nicht vergessen, wie zerbrechlich wir sind.

Unaufhörlich wird der Regen fallen
wie Tränen von einem Stern.
Unaufhörlich wird der Regen uns sagen,
wie zerbrechlich wir sind.

Weißt du noch, wie's war
Kinderzeit... wunderbar...
die Welt ist bunt und schön.
Bis du irgendwann begreifst,
dass nicht jeder Abschied heißt,
es gibt auch ein Wiedersehen.

Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
'n Schritt zu weit nach vorn gewagt.
Schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
was ich gesagt habī, ist gesagt,
und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit.

Ach, und könnt' ich doch nur ein einz'ges Mal
die Uhren rückwärts drehen,
denn wieviel von dem, was ich heute weiß,
hätt' ich lieber nie gesehen.

Dein Leben dreht sich nur im Kreis,
so voll von weggeworfener Zeit,
und deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben irgendwann,
doch wenn nicht heute, wann denn dann...?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.


              (Wolfsheim, 2003)
Immer vorwärts, Schritt um Schritt ...
es geht kein Weg zurück!
Und was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan.
Was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.







Die meisten Menschen verpassen ihr ganzes Leben, weißt du. Leben heißt nicht, auf einem Berggipfel zu stehen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Leben heißt nicht, am Altar zu warten, oder auf den Augenblick, wenn dein Kind zur Welt kommt, oder das eine Mal, als du im tiefen Wasser geschwommen bist und ein Delfin neben dir herschwamm. Das sind Bruchstücke. Zehn oder zwölf Sandkörner, eingestreut in dein gesamtes Dasein. Aber sie sind nicht dein Leben. Leben heißt Zähne putzen, ein Sandwich belegen, Nachrichten sehen, auf den Bus warten. Einen Spaziergang machen. Jeden Tag passieren winzige Ereignisse, und wenn du nicht aufpasst, wenn du nicht vorsichtig bist, wenn du sie nicht einfängst und dafür sorgst, dass sie zählen, könntest du es verpassen.
Könntest du dein ganzes Leben verpassen.

(Grace Vandenburg in "Tausend kleine Schritte" von Toni Jordan)

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