Willy Brandt wurde am   18. Dezember   1913 als Herbert Ernst Karl Frahm in Lübeck geboren.
Nach 1933 emigrierte er nach Norwegen und später nach Schweden, wo er unter dem Namen Willy Brandt als politischer Journalist und in der norwegischen Widerstandsbewegung tätig war, den Namen behielt er später bei.

Nach Kriegsende kam er zurück nach Deutschland und ließ sich wieder einbürgern - die deutschen Behörden hatten ihn 1938 ausgebürgert - und trat erneut in die SPD ein.

Er wurde Mitglied des Bundestages und als Regierender Bürgermeister von Berlin (1957 bis 66) gewann er besonders seit der Berlinkrise von 1958 international großes Ansehen. 1964 wurde er Bundesvorsitzender der SPD und förderte den mit dem Godesberger Programm eingeleiteten innerparteilichen Reformkurs.
1961 und 65 war er erfolglos Kanzlerkandidat seiner Partei, 1966 bis 69 Vizekanzler und Außenminister.

1969 wurde Willy Brandt zum ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Das Amt übte er an der Spitze einer Koalition aus SPD und FDP bis 1974 aus, dann trat er nach der Entdeckung des ostdeutschen Spions Guillaume unter seinen engsten Mitarbeitern zurück.

Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit war die Ostpolitik (u.a. Warschauer Vertrag), für die er 1971 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Ein weiterer Kernpunkt war der Abschluss des Grundlagenvertrags mit der DDR.

Von 1976 bis zu seinem Tod 1992 war er Präsident der Sozialistischen Internationale.

______
zurück